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	<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 08:13:23 +0000</pubDate>
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		<title>Die Ursache unserer Misere ist der Kapitalismus - reden wir darüber!</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 08:01:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Warum werden die Lebensmittel so teuer? Und die Mieten? Und Strom und Heizung?
Warum werden unsere Lebensverhältnisse immer unsicherer, indem sich ständig irgendetwas unangenehm verändert?
Warum funktioniert unsere Demokratie so schlecht, dass keine gute Politik für alle dabei herauskommt?
Warum werden unsere wichtigen sozialen, rechtlichen und ökologischen Regeln angegriffen?
Warum haben so viele Menschen Stress mit Arbeit und Kinderbetreuung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warum werden die Lebensmittel so teuer? Und die Mieten? Und Strom und Heizung?</strong></p>
<p><strong>Warum werden unsere Lebensverhältnisse immer unsicherer, indem sich ständig irgendetwas unangenehm verändert?</strong></p>
<p><strong>Warum funktioniert unsere Demokratie so schlecht, dass keine gute Politik für alle dabei herauskommt?</strong></p>
<p><strong>Warum werden unsere wichtigen sozialen, rechtlichen und ökologischen Regeln angegriffen?</strong></p>
<p><strong>Warum haben so viele Menschen Stress mit Arbeit und Kinderbetreuung, während andere ohne Leistung immer reicher werden?</strong></p>
<p><strong>Warum wissen immer mehr in unserem Land immer weniger Bescheid?</strong></p>
<p><strong>V</strong>iele sind ratlos. Auch in den Medien, deren Leute Bescheid wissen sollten. Da bleiben die Informationen überwiegend an der Oberfläche, ohne Hintergrund. Vorschläge gibt es höchstens für Einzelheiten. Die weiteren Zusammenhänge werden nicht gesehen – oder sie werden verschwiegen.</p>
<p><strong>D</strong>er Kapitalismus ist global unsere Form der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, wenn auch mit Unterschieden. Sein Prinzip ist, Kapital zu vermehren. Er bestimmt unsere Lebensbedingungen. Er hat Wohlstand geschaffen und er hat dabei verheerende Missstände und Katastrophen verursacht.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1282" title="frankfurt_stock_exchange" src="http://maximil.de/blog/wp-content/uploads/frankfurt_stock_exchange.jpg" alt="frankfurt_stock_exchange" width="480" height="228" /></p>
<p><strong>K</strong>apital vermehren kann nützlich sein, aber dieses Prinzip eignet sich sehr für egoistische Zwecke und unvernünftige Ziele, für Stärkere, die Schwächere ausbeuten, für Vorteile derjenigen, die schon viel haben oder einfach viel erben. Die Gier nach immer mehr wird gewalttätig und zerstörerisch.</p>
<p><strong>E</strong>s wurde öfters versucht, das kapitalistische Prinzip zu zivilisieren, ihm Regeln vorzugeben, um Schaden zu verhindern. Genossenschaften wurden gegründet, in denen viele gleichberechtigt wirtschaften. Im Sozialismus wurde der Staat der massgebliche Kapitalist. Die deutsche Bundesrepublik entwickelte als Kompromiss die „soziale Marktwirtschaft“.</p>
<p><strong>D</strong>iese wird schon seit einiger Zeit aufgegeben. In den 1980er-Jahren begannen die Privatisierungen von Unternehmen, die bis dahin dem Staat und damit allen gehört hatten. Zugleich wurden die privaten audiovisuellen Medien eingeführt, die vor allem Unterhaltung und Konsumwerbung verbreiten und politische Informationen verdrängt haben. Sozialabbbau wurde von verschiedenen Regierungen betrieben und die Belastung der arbeitenden Bevölkerung erhöht. In der Finanzkrise 2007/8 flossen Unsummen von Steuergeld als sogenannte Hilfen an Banken, deren Bosse sowie an diejenigen, die bei ihnen investiert hatten. Rationalisierung, Automatisierung und Digitalisierung haben währenddessen Hunderttausende lohnende Arbeitsplätze eingespart, Menschen in schlecht bezahlte und unsichere Erwerbstätigkeiten gezwungen und Industriellen sowie Aktienbesitzenden steigende Renditen verschafft. Im Turbokapitalismus werden wenige Reiche immer reicher und der Grossteil der Menschen bleibt mit zunehmenden Existenzsorgen zurück.</p>
<p><strong>N</strong>achdem in der Corona-Pandemie der gesellschaftliche Zusammenhalt und die allgemeinen Grundrechte sehr gelitten haben, nutzt die kapitalistische Oberschicht dies mit immer weniger Bedenken aus. Sie optimiert die Preise von Lebensmitteln, Wohnraum und Energie für maximalen Profit. Die Konzerne haben jederzeit gern staatliche Subventionen kassiert, meist ohne vertretbaren Grund, jetzt drücken sie mit ihrer Lobbymacht die Abschaffung von lebenswichtigen rechtlichen Regelungen durch. Sie nennen es „Bürokratieabbau“. So können sie ungehemmt mit Schadstoffen die menschliche Gesundheit und das Klima beeinträchtigen, keine Rücksicht auf die Menschenrechte von Arbeitenden in Zulieferbetrieben nehmen und ihr Handeln der öffentlichen Kontrolle entziehen.</p>
<p><strong>D</strong>ie Regierung und ebenso die deutsch geleitete EU machen es mit und führen mit Personal aus der Wirtschaft die kapitalistische Agenda aus: Die Menschen sollen mehr arbeiten und mehr für Dasein und Vorsorge bezahlen, während der Staat und die Verwaltung weniger leisten. Demokratische Mitbestimmung soll nicht verbessert, sondern eingeschränkt werden. Zu dieser Politik gehört der Krieg: Der Konflikt um die Ukraine war der willkommene Anlass zu einem Aufrüstungsprogramm mit gigantischen Profiten für die Industrie sowie wegen der Staatsverschuldung für die Finanzwirtschaft. Dies hat zusätzliche Verunsicherung ausgelöst.</p>
<p><strong>D</strong>ie Herrschenden im Land stehen sogar hinter einer extrem rechts- und rückwärtsgerichteten Partei, die bereit ist und dafür bezahlt wird, gegen die Absichten ihrer verunsicherten, politisch unwissenden und leichtgläubigen Wähler und Wählerinnen die kapitalistischen Interessen massiv durchzusetzen.</p>
<p><strong>V</strong>om Kapitalismus sprechen ist quasi ein Tabu geworden. Wer es tut, riskiert, nicht ernst genommen zu werden. Viele tun es auch nicht, weil der Kapitalismus als alternativlos gilt, und das noch mit seinen derzeitigen Übergriffen. Aber die Macht steht im Raum. <strong>Wenn wir gut leben wollen – oder auch nur, wenn wir überleben wollen –, müssen wir Ursachen erkennen und über Möglichkeiten reden: über das Gemeinwohl und unsere Fähigkeiten, es zu erreichen.</strong></p>
<p style="text-align: right;"><em>Matthias Kunstmann<br />
Foto: Pythagomath, Lizenz: CC BY-SA 4.0</em></p>
<p>[Dazu:<br />
<a href="?p=1046">Die Industrie abwickeln!</a>]</p>
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/b6b0a6370413493e90ff28abe8e6c20b" alt="" width="10" height="10" /></p>
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		<title>Landschaften unter farbigen Himmeln</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 17:02:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Zu Bildern von Kirsten Bloss
Hier gibt es etwas Neues zu sehen. Das könnte nichts Besonderes sein, wir können Neues sehen, sobald wir beim Spazierengehen einen unbekannten Weg nehmen oder einen, den wir lang nicht mehr gegangen sind, oder auch auf einem Weg, den wir kennen. Wir können im Übrigen jederzeit beliebig viel Neues im Fernsehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zu Bildern von Kirsten Bloss</strong></p>
<p>Hier gibt es etwas Neues zu sehen. Das könnte nichts Besonderes sein, wir können Neues sehen, sobald wir beim Spazierengehen einen unbekannten Weg nehmen oder einen, den wir lang nicht mehr gegangen sind, oder auch auf einem Weg, den wir kennen. Wir können im Übrigen jederzeit beliebig viel Neues im Fernsehen oder Internet sehen: dokumentarische und künstliche Bilder. Alles hat eine Bedeutung. Aber ist das, was wir sehen, wichtig für uns? Verstehe ich damit etwas besser? Bereichert es mich? Freue ich mich darüber? Wird mir damit die Welt vertrauter? Solche Fragen können wir uns stellen.</p>
<p>Was es hier zu sehen gibt, ist besonders: Es sind künstlerische Bilder. Also nicht einfach künstliche, sondern künstlerische. Ein Gemälde ist etwas, das neu in die Welt gekommen ist, das wir sonst nicht sehen können. Es hat Zeit gebraucht, um zu entstehen, Arbeit, Lebenserfahrung. Eine Persönlichkeit hat Wahrnehmungen, Vorstellungen, Inspirationen mit einem Kunstwerk ins Bild gesetzt. Ein solches Bild ist wie ein Gedicht, es bringt Erlebtes und Erfahrenes zu einem wirksamen Ausdruck. Das Bild spricht zu den Sehenden, wenn auch anders als ein Gedicht. Als Antwort oder Reaktion kann jede und jeder etwas Eigenes empfinden, verstehen, erkennen. Und es auch geniessen.</p>
<p>Die Künstlerin zeigt uns vor allem Landschaften. Indem sie diese Landschaften im Bild gestaltet hat, sind Erlebnisse zu Kunst geworden. Landschaft, das ist die Weite ausserhalb unserer Wohnungen. Das ist Natur, wie es sie in den Ortschaften nicht mehr so reichhaltig gibt. Landschaft erscheint zeitlos, ewig, die Berge stehen schon lang da. Das wirkt beruhigend. Aber in der Weite und Vielfalt der Landschaften können Menschen sich auch fremd oder unsicher fühlen. Benötigt wird ein Wohnort, so etwas wie Heimat, wenigstens zeitweilig, um einigermassen geborgen zu sein. Aus diesem Bedürfnis wurde Kultur geschaffen und entwickelt, Häuser, Architektur, Handwerk, Wirtschaft, gemeinsame Feste, Musik. Mit den Bauten, mit der Landwirtschaft und mit dem Verkehr wurde auch die Landschaft verändert. Deshalb wird von Kulturlandschaft gesprochen, die sehr artenreich sein kann, und andererseits von Stadtlandschaft, die auf ihre Weise reizvoll ist.</p>
<p>In der Landschaft draussen kommt es auf den Standort und seine Umgebung an. Von jedem Standort sieht die Landschaft anders aus, an bestimmten Orten beeindruckt sie mehr, es gibt Plätze, an denen ich mich besonders wohlfühle. Solche Räume in der Natur sind für viele Menschen wertvoll, und es besteht der Wunsch, dass sie in ihrer Eigenart erhalten bleiben. An verschiedenen Stellen lässt sich spüren, dass wir mit der Erde verbunden sind. Wenn wir aufmerksam schauen, ist ganz in der Nähe Überraschendes wahrzunehmen. So berichtet der Romantiker Achim von Arnim:</p>
<blockquote><p>»Ich griff nach dem Steine, den ich neben mir zur Wegebesserung mit frischem schwarzglänzendem Bruche zerschlagen fand, und erkannte ihn als einen gültigen Zeugen größerer Weltbegebenheiten, als die ich erlebt hatte &#8230;«</p></blockquote>
<p>Um den Horizont zu erweitern, bewegen wir uns durch die Landschaft, von Ort zu Ort, beim Spazieren, Wandern und Reisen. Es werden andere, auch ferne Landschaften entdeckt. Und immer ist über der Landschaft der Himmel so gross und weit wie in den Siedlungen nicht, da geht der Blick ins Unendliche, und unendlich verschieden stehen und ziehen die Wolken, je nach dem Wetter, das Licht ist immer wieder anders und mit ihm wechseln die Farben der Umgebung, der Formen des Geländes und der Natur. Da lassen sich farbige Himmel beobachten.</p>
<p>Landschaft wird mit allen Sinnen erlebt, aber am meisten im Sehen. Deshalb entspricht ihr die Malerei. Schon vor mehr als dreitausend Jahren haben Menschen Landschaften gemalt. Wie die Landschaften bei aller Beständigkeit eine lange Geschichte haben, so sind Erfahrungen, Eindrücke und Erkenntnisse aus früherer Zeit in den Bildern der Künstlerin enthalten.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1271" title="kirstenbloss_rotedaecher" src="http://maximil.de/blog/wp-content/uploads/kirstenbloss_rotedaecher.jpg" alt="kirstenbloss_rotedaecher" width="495" height="397" /></p>
<p style="text-align: left;"><em>Kirsten Bloss: Rote Dächer</em></p>
<p>Eines der Bilder hat mit einer Landschaft in unseren Breiten zu tun. Die Gegend wird geografisch als Albtalplatten bezeichnet und ist auch ein Landschaftsschutzgebiet. Auf den Anhöhen mit Wald und Wiesen gibt es Aussicht und einen Ort, der beliebt ist für Ausflüge. Als »Rote Dächer« ist er ein Gemälde geworden. In dem Bild wirkt die Natur sehr stark, der Wald, der Himmel und das kultivierte Land mit Weiden und Feldern, das ich sehe, umgeben die Gebäude des Anwesens, die darin geschützt zu sein scheinen. Das ist eine Ruhe, in der Kraft liegt. Daraus kommt Freude am Wachsen und Blühen. Alles das lässt nicht unbedingt der reale Ort spüren, aber sehr wohl das künstlerische Bild.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1272" title="kirstenbloss_elarenal" src="http://maximil.de/blog/wp-content/uploads/kirstenbloss_elarenal.jpg" alt="kirstenbloss_elarenal" width="495" height="483" /></p>
<p style="text-align: left;"><em>Kirsten Bloss: El Arenal</em></p>
<p>Ein anderes Bild geht auf Erinnerungen an eine weit entfernte Landschaft zurück, im südlichen Amerika. In diesem Bild »El Arenal« mit dem markanten Berggipfel besteht die Natur für sich, aber ist doch auch für das menschliche Betrachten und Erleben da, in ihrer Grösse, Erhabenheit, ihrer eigenartigen Gestalt und den vielfältigen Formen und Farben, in ihrer Atmosphäre. Hier verbinden sich die Elemente, wie sie die Kultur begrifflich eingeteilt hat: mit der Erde das Wasser, das überall in den Böden und den Lebewesen ist oder durch sie fliesst, es ist hier mitten im Blick. Die Luft ist immer dabei. Das Feuer brennt hier nicht, aber es lässt sich vermuten in den Tiefen des Vulkans. Die Künstlerin hat woanders auch die schwarze Erde gemalt, mit der solche Berge das umliegende Land bedecken, zuerst ist das eine tödliche Gefahr. Aber dasselbe Element Feuer zeigt sich im Licht, in dem wir alles sehen und in dem neues Leben wächst, und hier ist es sehr hell. Dazu spiegelt sich das Licht des Himmels im Wasser.</p>
<p>Beim Anschauen künstlerischer Bilder kann auffallen, dass sie gar nicht so fest, statisch und auf einen Augenblick fixiert sind, wie es vielleicht scheint. In ihnen schwingt einiges. Weil sie aus dem Leben kommen, sind sie lebendig. Wenn wir sehen können, dann können wir das sehen und viel mehr.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Matthias Kunstmann</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>Veröffentlichung der Fotos mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin</em></p>
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/608c5ea1d58841f69027c3d480d2b2fd" alt="" width="10" height="10" /></p>
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		<title>Wir können reden!</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jan 2026 17:17:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Wie Kommunikation hilft – Möglichkeiten für ein gutes Zusammenleben
Neues Buch

Gut miteinander reden, das wird offenbar schwieriger und seltener, und zugleich wird es immer wichtiger und notwendiger. Die menschliche Fähigkeit, Gedanken auszutauschen und damit gemeinsam Probleme zu lösen, kommt kaum noch zum Einsatz in Zeiten des hektischen Gebrauchs von Internetmedien mit Kürzestkommentaren wie Likes und Emojis, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie Kommunikation hilft – Möglichkeiten für ein gutes Zusammenleben</strong><br />
<em>Neues Buch</em></p>
<p style="text-align: center;"><em><a href="https://buchshop.bod.de/wir-koennen-reden-matthias-kunstmann-9783695195336" target="_blank"><img class="size-large wp-image-1148 aligncenter" title="reden" src="http://maximil.de/blog/wp-content/uploads/reden-648x1024.jpg" alt="reden" width="280" height="442" /></a></em></p>
<p>Gut miteinander reden, das wird offenbar schwieriger und seltener, und zugleich wird es immer wichtiger und notwendiger. Die menschliche Fähigkeit, Gedanken auszutauschen und damit gemeinsam Probleme zu lösen, kommt kaum noch zum Einsatz in Zeiten des hektischen Gebrauchs von Internetmedien mit Kürzestkommentaren wie Likes und Emojis, bei wechselnden kollektiven Erregungen und nachlassendem Zusammenhalt. Krisen und Konflikte, die sich zuspitzen und weitreichende Folgen haben, machen es aber dringlich, im Gespräch und in der Diskussion zu Lösungen zu gelangen, auch über Spaltungen und Fronten hinweg.</p>
<p>Dafür soll dieses Buch praktischen Rat geben. Wie wirkt Kommunikation? Warum ist Respekt wichtig? Was sind gute Argumente? Dies und vieles mehr wird hier erklärt. Konzentriert und verständlich wird dargestellt, was Kommunikation leisten kann, von Erster Hilfe bis zur Gestaltung von Gemeinschaft, und es wird deutlich gezeigt, wie dies in Paarbeziehungen, Arbeitsgruppen oder öffentlichen Debatten am besten gelingt.</p>
<p>Der Autor mit Studium der Literaturwissenschaft, Linguistik und Geschichte (M. A.) ist Journalist und hat langjährig als Redakteur für Weltnachrichten und aktuelle Politik beim Südwestrundfunk gearbeitet sowie für die Kultur- und Wissenschaftsressorts von Zeitungen geschrieben. Dabei hat er sich eingehend mit der Psychologie der Kommunikation und der Medien beschäftigt. Er betreut inzwischen als freier Lektor Sachbücher und Belletristik verschiedener Verlage.</p>
<p><a href="https://www.maximil.de/Reden%20-%20Leseprobe.pdf">Leseprobe</a></p>
<p><a href="https://buchshop.bod.de/wir-koennen-reden-matthias-kunstmann-9783695195336" target="_blank">Matthias Kunstmann: Wir können reden!<br />
BoD, Hamburg 2025<br />
Paperback: 116 Seiten, 12 x 19 cm, ISBN 978-3-6951-9533-6 </a><br />
<a href="https://buchshop.bod.de/wir-koennen-reden-matthias-kunstmann-9783695705481" target="_blank">E-Buch: 				978-3-6957-0548-1</a></p>
<p style="text-align: right;"><em>maximil</em></p>
<p>[Dazu:<br />
<a href="?p=930">Wir brauchen Kommunikation</a><br />
<a href="?p=1054">Es könnte alles so schön sein ...</a>]</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Direkte Demokratie!</title>
		<link>http://maximil.de/blog/?p=1264</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Jan 2026 15:05:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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maximil
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mehr-demokratie.de" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1263" title="direktedemokratie" src="http://maximil.de/blog/wp-content/uploads/direktedemokratie.jpg" alt="direktedemokratie" width="500" height="4259" /></a></p>
<p style="text-align: right;"><em>maximil</em></p>
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		</item>
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		<title>Licht aus Strom</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Feb 2025 13:48:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Licht aus elektrischem Strom war vor etwa 140 Jahren neu.
Zuvor brannte jedes künstliche Licht in den Häusern für sich, unabhängig von einer zentralen Versorgung mit Brennstoff: Kienspäne, Talglichter, Kerzen, Fackeln, Petroleumlampen leuchteten mit dem dafür beschafften Material. So konnten die Leute vor allem in den langen Winternächten noch einiges tun, was im Dunkeln nicht möglich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Licht aus elektrischem Strom war vor etwa 140 Jahren neu.</p>
<p>Zuvor brannte jedes künstliche Licht in den Häusern für sich, unabhängig von einer zentralen Versorgung mit Brennstoff: Kienspäne, Talglichter, Kerzen, Fackeln, Petroleumlampen leuchteten mit dem dafür beschafften Material. So konnten die Leute vor allem in den langen Winternächten noch einiges tun, was im Dunkeln nicht möglich gewesen wäre. Fürs Nähen oder Lesen war allerdings auch das Kaminfeuer meistens nicht hell genug, das Licht reichte jedoch zum Wollespinnen, Löffelschnitzen oder Kartenspielen. Ebenso wurde in den ersten Fabriken die Arbeit morgens und abends in Dämmerlicht getan.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-1108 aligncenter" title="Olaus Magnus Historia om de nordiska folken" src="http://maximil.de/blog/wp-content/uploads/kienspan.jpg" alt="Olaus Magnus Historia om de nordiska folken" width="480" height="222" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Beleuchtung mit Kienspänen, dargestellt von Olaus Magnus<br />
in seiner »Geschichte der nordischen Völker«, 1555</em></p>
<p>Dann erhellten Gaslampen Strassen, Werkstätten und Wohnungen, aber noch viel weniger als heute. Dafür wurden Gasleitungsnetze installiert, die den Brennstoff zu den Anschlüssen der Leuchten verteilten. Diese Lampen verbreiteten weiterhin Russ, störend in Innenräumen, ihre Glaskolben mussten immer wieder gereinigt werden, draussen waren Lampenputzer unterwegs. In der Industrie wurde zunehmend nachts durchgearbeitet.</p>
<p>Das hellere und saubere elektrische Licht war zuerst ein Luxus. Es benötigte neue Energieverteilungsnetze. Die Unternehmen, die solche modernen Lampen verkauften, waren auch im Stromgeschäft und verpflichteten ihre Kundschaft dazu, sich bei bestimmten Elektrizitätsfirmen anzuschliessen. Es gab Kohlebogenlampen, in denen der Strom zwischen Graphitstäben einen Lichtbogen erzeugte und diese fast ohne Russ abbrennen liess, und dauerhaftere Kohlefadenlampen, in denen er einen Faden im Vakuum zum Glühen brachte. Der Faden bestand später aus effizienterem Metall. Dies waren die klassischen Glühbirnen, die übliche künstliche Lichtquelle in Wohnungen bis vor einigen Jahren.</p>
<p>Lampen mit Kohlebogen liessen sich besonders lichtstark herstellen. Sie wurden in Scheinwerfern eingesetzt. Damit dienten sie sehr verschiedenen Zwecken: Das Militär verwendete sie seit dem Ersten Weltkrieg zum Ausleuchten von Kampfgebieten, etwa um nachts auftauchende U-Boote zu erkennen oder Flugzeuge ins Visier zu nehmen. Die Nazis faszinierten bei Propagandaveranstaltungen mit den Effekten von Himmelsstrahlern (»Lichtdom«) das Publikum. Zugleich gehörte in Theatern die Lichtgestaltung der Bühnenwerke zur Kunst.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-1106 aligncenter" title="scheinwerfer" src="http://maximil.de/blog/wp-content/uploads/scheinwerfer.jpg" alt="scheinwerfer" width="360" height="467" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Ballett im Scheinwerferlicht, Gemälde von Ernst Oppler, 1912</em></p>
<p>Ein neuer Kulturbereich konnte sich erst mit solchen Scheinwerferlampen entwickeln: das Kino, das sie nach der Ausleuchtung der Aufnahmen vor allem für die Filmprojektoren brauchte. Der Lichtraum füllte sich mit Bildern und Geschichten.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Claire Destinée</em></p>
<p>[Dazu:<br />
<a href="?p=401">Lichtempfinden</a>]</p>
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/cbc3bddd204f402cac77db6271cabe5d" alt="" width="10" height="10" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Illusionen, Realitätsverlust – und dann?</title>
		<link>http://maximil.de/blog/?p=1072</link>
		<comments>http://maximil.de/blog/?p=1072#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 29 Nov 2024 09:19:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Fantasie ist etwas Schönes. Sie macht das Leben interessanter. Sie lenkt auch von unbequemen Umständen ab. In der Einbildung funktioniert alles besser. Unglaubliche Dinge werden wahr. Deshalb geben Menschen sich gern Fantasien hin. Es müssen gar nicht eigene sein, Fantasien werden von verschiedenen Seiten in grosser Vielfalt und teils perfekter Form angeboten: in Filmen, Büchern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fantasie ist etwas Schönes. Sie macht das Leben interessanter. Sie lenkt auch von unbequemen Umständen ab. In der Einbildung funktioniert alles besser. Unglaubliche Dinge werden wahr. Deshalb geben Menschen sich gern Fantasien hin. Es müssen gar nicht eigene sein, Fantasien werden von verschiedenen Seiten in grosser Vielfalt und teils perfekter Form angeboten: in Filmen, Büchern, dem Internet, in Musik und anderer Kunst, in der Werbung. Und auch in der Politik und in Informationsmedien.</p>
<p>Die Realität kann sehr unterschiedlich gesehen werden. Bilder und Geschichten aus Medien mischen sich mit ihr. Wenn sie unverständlich oder unangenehm ist und zu schwierig wird, machen Leute sich etwas vor oder lassen sich etwas vormachen. <strong>Aus spielerischen Fantasien entstehen Illusionen, an die geglaubt wird. Die Leute täuschen sich und verlieren die Realität.</strong></p>
<p><strong>»Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt«</strong> – gegen diesen Spruch von Pippi Langstrumpf ist nichts zu sagen, wenn jemand wirklich die Welt gestaltet. Es ist aber gefährlich, wenn jemand die reale Welt nicht mehr wahrnimmt. Und es kommt vor, dass eine gesellschaftliche Mehrheit sich von der Realität verabschiedet.</p>
<p>Das geschieht seit einiger Zeit wieder hierzuland und weithin in Europa sowie anderswo. Die meisten Menschen leben in Illusionen verschiedener Art, die von Interessengruppen verbreitet und bestärkt werden.</p>
<p><img class="size-full wp-image-1104 alignnone" title="palastderillusionen" src="http://maximil.de/blog/wp-content/uploads/palastderillusionen.jpg" alt="palastderillusionen" width="480" height="294" /></p>
<p><em>»Palast der Illusionen« in Prag 1908</em></p>
<p><strong>Es wird geglaubt, dass Wohlstand glücklich macht,</strong> und nicht gesehen, dass seine Qualität entscheidend ist: ob er mit Gerechtigkeit verbunden ist, ob er gesund ist, ob er Zeit und Ruhe lässt, ob er wirklich Bedürfnisse stillt.</p>
<p><strong>Wachstum gilt als hoher Wert,</strong> egal ob es sinnvoll oder zerstörerisch ist. Wachsende Unternehmensgewinne – was kosten sie uns und die Natur? Wachsende Siedlungsflächen – wie weit sind dann die Naherholungsgebiete entfernt? Immer mehr Schadstoffe – kein Grund zur Sorge, wenn sie nicht sichtbar sind? Zunehmende Infrastruktur, Gebäude, Verkehrswege, Einrichtungen – wo sind die zusätzlichen Arbeitskräfte, die für den Betrieb und die Instandhaltung sorgen?</p>
<p><strong>Die Wirtschaft wird gefördert und hochgeschätzt,</strong> obwohl sie mit ihren Kapitalinteressen die Politik und die Lebensbedingungen beherrscht. Für sie wird die Landschaft zugebaut, die Industrie bekommt günstigere Energietarife und weitere Subventionen auf Kosten der privaten Haushalte, sie verschärft mit ihren Profiten die soziale Ungleichheit, sie verunsichert mit ihren Innovationen die Bevölkerung, die sich immer wieder an Neues gewöhnen soll. Deutschland feiert sich als eine der führenden Exportnationen und ist zugleich mit führend im Rüstungsexport – todbringende Produkte in der Welt zu verbreiten, ist gar kein Grund, stolz zu sein. Alles das und mehr wird ausgeblendet, wenn die Wirtschaft allgemein für eine Wohlstandsgarantie gehalten wird. Die Wirtschaft besteht aber auch aus dem Handwerk, landwirtschaftlichen Familienbetrieben, vielen kleinen Unternehmen für Dienstleistung und Produktion, freiberuflich Tätigen und vor allem der gemeinnützigen und öffentlichen Wirtschaft mit dem Gesundheitswesen, Kindertagesstätten, Verkehrsbetrieben, Bildungs- und Kultureinrichtungen und vielen anderen Stellen der Daseinsvorsorge. Die Arbeit hier wird bisher teils zu gering bezahlt, aber sie verdient wirkliche Anerkennung.</p>
<p><strong>Die Privatisierung von öffentlichen (also den Bürgerinnen und Bürgern gehörenden) Unternehmen wird weiter betrieben,</strong> weil sie angeblich zu besseren Leistungen führt – ungeachtet negativer Erfahrungen. Oft sind die Leistungen schlechter, in der Regel sind sie teurer, schon weil Privatunternehmen möglichst hohe Gewinne machen wollen.</p>
<p><strong>Derzeit steht im Land eine »Krankenhausreform« bevor,</strong> durch das »Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz«. Sie soll die medizinische Versorgung kostengünstiger machen, indem Hunderte von kleineren Stadt- und Kreiskrankenhäusern geschlossen werden. Diese sogenannte Reform baut Luftschlösser mit bedrohlichen realen Folgen.</p>
<p><strong>Soziale Einrichtungen haben nach Plan ausreichend Personal:</strong> zum Beispiel Altenheime für soundso viele Alte eine bestimmte Zahl von Pflegekräften. Aber der schöne Plan hat oft nichts mit der Realität zu tun, vorgesehene Stellen sind nicht besetzt, bei Urlaub oder Krankheit von Beschäftigten springt niemand zur Vertretung ein, die Anwesenden arbeiten bis zur Erschöpfung und die Alten, Kinder oder Kranken bekommen nicht, was sie brauchen.</p>
<p>Ähnlich ideal, aber realitätsfern sind die Fahrpläne der Bahn und anderer Verkehrsunternehmen sowie die Schadstoff- und Verbrauchsangaben der Automobilkonzerne.</p>
<p><strong>Modern sein wollen viele,</strong> und von zahlreichen Produkten und Konzepten wird behauptet, dass sie modern seien. Autos mit Verbrennungsmotoren sind allerdings seit über hundert Jahren nur noch so modern wie ein mobiles Lagerfeuer. Überhaupt ist die Nutzung fossiler Energien wie Flüssiggas aus den USA auch mit »modernen« Kraftwerken längst Sauriertechnologie. Die Digitalisierung ist tatsächlich so modern, dass sie viele Menschen immer wieder vor Rätsel und Probleme stellt. Sie macht menschliche Fähigkeiten überflüssig, öffnet künstliche Welten, ersetzt Begegnungen und echte Erlebnisse.</p>
<p><strong>Der Wissenschaft vertrauen ist üblich.</strong> Auch sonst kritische Leute glauben, dass es in ihr nur um Fakten geht. Dabei wird nicht beachtet, dass die Wissenschaft mit Theorien arbeitet, die zwar wahrscheinlich, aber nicht bewiesen sind und teils irgendwann korrigiert werden müssen. Forschungsergebnisse sind verschieden interpretierbar. Da Irren menschlich ist, kommt es auch in der Wissenschaft vor. Zudem hängen die Ziele der Forschung von wirtschaftlichen und politischen Interessen ab: Eine Untersuchung, die nicht finanziert wird, findet nicht statt. So ist das Wissen eingeschränkt. Gutachten von Fachleuten zum selben Thema widersprechen einander sogar oft, je nachdem wer sie in Auftrag gegeben hat. Und mit den beliebten Statistiken und Schaubildern lässt sich fast alles behaupten.</p>
<blockquote><p><em>»Illusionen empfehlen sich dadurch, daß sie Unlustgefühle ersparen und uns an ihrer Statt Befriedigungen genießen lassen.«<br />
Sigmund Freud</em></p></blockquote>
<p><strong>Illusionen über die Demokratie betreffen entscheidend das Zusammenleben und die Zukunft.</strong> Die gängige Ansicht in Deutschland und anderen Ländern ist, dass die Demokratie sich bewährt hat und nur gegen offene Feinde verteidigt werden muss. Dabei wird nicht gesehen, dass die Formen der Demokratie noch auf dem Stand vor etwa hundert Jahren sind, dass sie nicht weiterentwickelt wurde, um die Bedürfnisse und Ansprüche in der seither sehr veränderten Welt zu erfüllen. Regierungen haben weiterhin ähnliche Macht wie alte Monarchien, Regierende und Parlamentsmitglieder stehen im Dienst noch mächtigerer Lobbys, während die Bürgerinnen und Bürger normalerweise über keines der wichtigen politischen Themen mitbestimmen können. Wenn solche Erfahrungen der Ohnmacht dazu veranlassen, die vorhandene Demokratie geringzuschätzen, sollte dies nicht verwundern.</p>
<p>Das 75-jährige deutsche Grundgesetz wird viel gerühmt, jedoch steht einiges darin nur auf dem Papier und ist bis heute nicht Realität geworden. So verhält es sich auch zunehmend bei neuen vielversprechenden Gesetzen wie für das Klima, an die sich der Staat selbst nicht hält. Der letzte Koalitionsvertrag der Bundesregierung war ein ähnliches Dokument, das eher die Bevölkerung beeindrucken als in die Wirklichkeit umgesetzt werden sollte.</p>
<p><strong>Eine der folgenschwersten Selbsttäuschungen ist, dass Frieden mit Krieg hergestellt werden könnte.</strong> Die Vorstellung, dass Gewalt Probleme lösen würde, stammt aus der Steinzeit. Stattdessen verursacht Gewalt weitere Gewalt und immer mehr Schäden. Dabei wird die Menschenwürde selbst zur absurden Illusion, wenn sie mit Töten und Zerstören geschützt werden soll. Die nicht endenden derzeitigen Kriege zeigen all dies. Dennoch will ein Grossteil der Menschen, auch beeinflusst von interessengeleiteter Propaganda, es nicht erkennen. Frieden und die erwünschte Sicherheit werden nicht mit Feindschaft, sondern nur mit Zusammenarbeit erreicht.</p>
<p><strong>Eine andere falsche Vorstellung ist die Hoffnung, dass etwas besser wird, sobald ein Pseudoproblem gelöst ist.</strong> Dabei handelt es sich um ein Problem, das keines sein müsste und wirkliche Probleme verdeckt. Die Migration ist ein solches Scheinproblem. Es gibt sie schon immer, und sie wird gefördert in der modernen Welt mit ihrer Mobilität, ihren Kommunikationsmitteln und der Angleichung der Lebensweisen. Menschen aus reichen Ländern können sich fast überall niederlassen, Menschen aus armen Ländern wird dies meistens verwehrt, wenn sie nicht für bestimmte Arbeit gebraucht werden. Einheimische vermuten, dass die Zuwandernden ihnen etwas wegnehmen, womöglich kriminell sind. Aber in einem reichen Land ist für alle genug da, und das eigentliche Problem sind die enormen Wohlstandsunterschiede hier: die soziale Ungerechtigkeit, die ganze Regionen benachteiligt, durch Mangel an Arbeitsplätzen, Infrastruktur, medizinischen Leistungen, Schulen und Ausbildungsstätten, Kulturangeboten.</p>
<p><strong>Es geht immer wieder um die Wahrheit.</strong> Menschen wollen Bescheid wissen, um sich sicher zu fühlen. Aber es ist schwierig, Wahrheit und Meinung auseinanderzuhalten. Meinungen sind nicht sicher, sie sind Ansichten, Denkmöglichkeiten, Versuche der Annäherung an eine Wahrheit. Manchmal sind sie Illusionen, entstanden teils aus Ängsten oder Überforderung, auch aus dem Bedürfnis einer »heilen Welt«. Im eigenen Interesse sollten sie selbstkritisch oder im Gespräch geprüft werden: Ist meine Meinung richtig?</p>
<p style="text-align: right;"><em>Matthias Kunstmann / maximil</em></p>
<p>[Dazu:<br />
<a href="?p=1054">Es könnte alles so schön sein …</a><br />
<a href="?p=852">Wozu Wissenschaft nützt</a><br />
<a href="?p=724">Gemeinsamkeit nützt allen</a>]</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/6c9ced64cfd443948d26c93b22e4a5e9" alt="" width="10" height="10" /></p>
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		<title>Auseinanderleben und Gemeinsamkeit</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Oct 2024 21:06:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Die Gastwirtschaft im Stadtteil gibt es nicht mehr. Das Inhaberpaar hat aufgehört, aus Altersgründen. Sie sind in die Nähe ihrer Tochter gezogen, in eine entfernte Gegend, können dort die Enkelkinder betreuen und sich selbst im Haushalt helfen lassen. Für die Nachfolge in dem Lokal wurde niemand gefunden. Es war der Treffpunkt des Stadtteils, ein über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gastwirtschaft im Stadtteil gibt es nicht mehr. Das Inhaberpaar hat aufgehört, aus Altersgründen. Sie sind in die Nähe ihrer Tochter gezogen, in eine entfernte Gegend, können dort die Enkelkinder betreuen und sich selbst im Haushalt helfen lassen. Für die Nachfolge in dem Lokal wurde niemand gefunden. Es war der <em>Treffpunkt </em>des Stadtteils, ein über lange Zeit gewachsenes Begegnungszentrum, hier kamen die Leute aus der Nachbarschaft zusammen, zum Trinken, Essen und vor allem zum Reden, an Stammtischen, in Vereinen, zu Geburtstagsfeiern und Familienfesten oder spontan. Nun verlangt die Stadt mehr Parkplätze, für die kein Platz da ist, Personal fehlt auch, und öfters haben sich Nachbarn, neu zugezogene, beschwert, weil Gäste sich nachts noch auf der Strasse unterhalten haben. Die Leute im Viertel gehen oder fahren seither in Gaststätten weiter weg, wo sie niemanden kennen. Manche bleiben zu Hause, sitzen vor dem Fernseher oder Rechner, lassen sich bei Bedarf Essen liefern. Im ehemaligen Gasthaus werden wahrscheinlich Wohnungen eingebaut.</p>
<p>So ist es schon lang in vielen Orten auf dem Land. Dort haben wie die Gasthäuser die Lebensmittelläden und die Poststellen zugemacht, sogar die letzte Bäckerei und die Schule wurden geschlossen, Handwerksbetriebe sind weg, in der Kirche findet nur noch selten ein Gottesdienst statt. Für die Menschen, die da noch wohnen, ist es nicht mehr leicht, zusammenzukommen, sie sehen einander nur bei Gelegenheit oder müssen es sich vornehmen, haben sonst für ein Gespräch vielleicht zu wenig Zeit. Zugezogene legen oft kaum Wert auf Kontakte, sie sind wegen eines günstigen Bauplatzes oder einer billigen Mietwohnung hergekommen und steigen in ihr Auto, um anderswo jemanden zu treffen. Wer das nicht kann oder will, hat wenigstens ein <em>Telefon </em>und kann mit Bekannten in aller Welt reden oder über das Internet kommunizieren.</p>
<p>Vereine lösen sich mangels Nachwuchs auf, Musik-, Sport- oder Naturschutzvereine. Ihre Mitglieder haben mit viel unbezahltem Aufwand die Gemeinschaft am Ort bereichert, Feste veranstaltet und Aktivitäten angeboten. Als Ersatz bietet das Fernsehen bunte Bilder von weit her. Die Verwaltungsreformen seit Jahrzehnten haben mit Eingemeindungen und neuen Grossgemeinden zum Zweck der Rationalisierung Dörfern und Kleinstädten das eigene Rathaus und die Selbstverwaltung genommen, und dies bedeutete nicht nur einen Verlust an Demokratie, sondern auch weniger <em>Verantwortung der Menschen für ihr örtliches Gemeinschaftsleben</em>.</p>
<p><em>Die Menschen leben sich auseinander</em>, jedenfalls in unserem Land, in Europa und der Zivilisation des Westens, auch in anderen globalisierten Regionen. Diese Entfremdung geschieht im Grossen und im Kleinen, in der Gesellschaft und in den Familien oder Lebenspartnerschaften. Die Beziehungen werden lockerer und führen schneller zur Trennung. In der Folge leben vorwiegend Frauen als Alleinerziehende. Immer mehr Menschen wohnen allein, ohne Kinder. Häufiger wachsen Einzelkinder auf, und für ihre soziale Entwicklung ist es hilfreich, wenn sie in einer Kindertagesstätte aufgenommen sind. Dennoch wird festgestellt, dass sich immer mehr Kinder schon einsam fühlen.</p>
<p>Die entscheidende Ursache ist eine alte europäische Idee: der <em>Individualismus</em>. Demnach kann jeder Mensch sich für besonders halten - die Gemeinschaft ist weniger massgeblich als in anderen Kulturen. Das Individuum entwickelt <em>Selbstbewusstsein </em>und den Wunsch nach <em>Freiheit</em>. Dies ist bewundernswert, so wie weitere Fähigkeiten und Werte, die infolgedessen zustande gekommen sind: gesellschaftliche und kulturelle <em>Vielfalt, Toleranz, Menschenrechte</em> &#8230; Zugleich veranlasst das alles, dass die Menschen sich voneinander entfernen, dass sie einander weniger verstehen, dass sie weniger Halt haben und mehr Druck zu persönlicher Leistung empfinden. Wenn ihnen keine Partnerschaft gelingt und sie sich keiner Gemeinschaft mehr verbunden sehen, sind sie <em>heimatlos und allein</em>.</p>
<p><em>Der Kapitalismus und die Industrialisierung</em> haben die Menschen weiter voneinander entfremdet, durch den Zwang zur Konkurrenz um Arbeit, Einkommen und Aufstieg sowie durch die geforderte Mobilität und Flexibilität, also das Arbeiten und Wohnen an immer wieder anderen Orten, mit fremden Menschen. Der dabei willkommene <em>Wohlstand </em>hat die Unterschiede zwischen den Einzelnen noch verstärkt, die Abstände zwischen ihnen vergrössert und ihre Interessen mehr auf Materielles als auf Zwischenmenschliches gerichtet. So wurde erst in Europa und Amerika, dann weltweit <em>Migration </em>ausgelöst, Millionen Menschen verliessen auf der Suche nach Arbeit und Wohlstand ihre armen Regionen und ihre Familien und siedelten sich in unüberschaubaren Metropolen an.</p>
<p>Nach der Katastrophe des Ersten Weltkrieges waren die faschistischen Regimes in europäischen Ländern der Versuch, die Zeit zurückzudrehen und neue <em>Volksgemeinschaften in künstlichen Heimaten</em> zu stiften - mit Gewalt, rassistischer Ausgrenzung, ohne Freiheit, unter Diktaturen mit verlogenen Ideologien und Gleichschaltung des Denkens und Lebens.</p>
<p>Als das wieder ins Chaos geführt hatte, war eine Zeit lang <em>»Coolness«</em> verbreitet: Meist junge Leute wollten mit Gesichtsausdruck, Gesten und Sprechweise zeigen, dass die Welt und die anderen Leute sie nicht berührten, für sie kein Anlass einer Gefühlsregung waren; sie wirkten geheimnisvoll und abweisend. Dazu passte das Tanzen in den Diskotheken, einzeln bei Musik, die zu laut war für ein Gespräch.</p>
<p>In der Corona-Zeit wurde die Vereinzelung offen sichtbar - <em>»Abstand halten«</em> war das Gebot der persönlichen Sicherheit, das viele fraglos befolgten.</p>
<p>Die Pandemie hat die <em>Digitalisierung </em>vorangetrieben. Bei Heimarbeit sehen Kolleginnen und Kollegen einander nur noch manchmal auf dem Bildschirm. Was einmal eine wirkliche Versammlung war, ist inzwischen virtuell. Digitale Kommunikation ersetzt die Begegnung von Menschen, auch wenn sie sich in nächster Nähe aufhalten. Sie ist sehr eingeschränkt, bedingt nicht selten mehr Aufmerksamkeit für die Technik als für die Menschen, besteht oft nur noch aus simplen Zeichen (Likes, Emojis). Die Fähigkeiten zu genauem sprachlichem Ausdruck schwinden. Es läuft auf Phrasen, Sprachlosigkeit und Unverständnis zwischen Einzelnen und zwischen Bevölkerungsgruppen hinaus.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1103" title="laedele" src="http://maximil.de/blog/wp-content/uploads/laedele.jpg" alt="laedele" width="480" height="306" /></p>
<p><em>Das »Lädele« in Öhningen-Schienen wurde 2006 eröffnet.</em></p>
<p>Gemeinschaft bleibt aber für die individuellen Persönlichkeiten lebenswichtig, ebenso gelingende <em>Kommunikation und Verständigung</em> mit anderen. Die Gemeinschaft wird gebraucht für ausreichende Versorgung, für Austausch, fürs Mitteilen, für Zusammenarbeit, für Sicherheit, für Problemlösungen, für Weiterentwicklung. Die Aufgabe ist, persönliche Freiheit mit Wertschätzung der Gemeinsamkeit zu verbinden, mit Verantwortung für das Miteinander, mit Gemeinsinn. Gemeinsam erreichen wir mehr und Besseres als allein. <em>Gemeinwohl schafft Wohlbefinden.</em></p>
<p>Aus diesem Bedürfnis entsteht schon einiges. Es werden wieder Gefühle gezeigt. Trotz zeitweiliger Bedenken begrüssen Befreundete einander mit Umarmung. Neue Stadtteilzentren, Dorfläden und Bäckerei-Cafés öffnen. Aus Reisen und Migration ergeben sich für Menschen, die einander mit Interesse und Achtung begegnen, wertvolle Erfahrungen. In einem Stadtteil, in dem das regelmässige Bürger- und Bürgerinnenfest vor Jahren aufgegeben wurde, hat der türkische Kulturverein mithilfe seiner Familien zum zweiten Mal in einer Grünanlage ein Deutsch-Türkisches Sommerfest veranstaltet.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Matthias Kunstmann / maximil</em></p>
<p style="text-align: left;">[Dazu:<br />
<a href="?p=724">Gemeinsamkeit nützt allen</a>]</p>
<p style="text-align: left;">
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/ef7eedfe57c74063b99d552e2d612e2b" alt="" width="10" height="10" /></p>
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		<title>Zu Bewusstsein kommen</title>
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		<pubDate>Fri, 31 May 2024 11:22:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Wir und die Künstliche Intelligenz
Ein Mensch lebt in einem abgeschlossenen Raum, den er niemals verlässt und den niemand anderes betritt. Er bezieht sein Wissen nur aus Büchern, anderen Texten und Bildern, die auch bewegt sein können wie das, was er durch ein Fenster sieht. Er ernährt sich rein durch Infusionen. Sein Körper funktioniert auf Dauer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir und die Künstliche Intelligenz</strong></p>
<p>Ein Mensch lebt in einem abgeschlossenen Raum, den er niemals verlässt und den niemand anderes betritt. Er bezieht sein Wissen nur aus Büchern, anderen Texten und Bildern, die auch bewegt sein können wie das, was er durch ein Fenster sieht. Er ernährt sich rein durch Infusionen. Sein Körper funktioniert auf Dauer gleich. Dieser Mensch hat Erinnerungen, aber keine Gefühle, keine Wünsche oder Erwartungen. Immer wieder erhält er schriftliche oder fernmündliche Anfragen und versucht sie zu beantworten.</p>
<p>Dem könnte die derzeitige Künstliche Intelligenz gleichkommen.</p>
<p>Solche Vergleiche sind oft zu Recht umstritten, weil sie wichtige Komponenten eines Problems nicht treffen. Der Mensch dieses Beispiels kann ein Bewusstsein haben, indem er sich über seine Welt freiwillig eigene Gedanken macht. Eine ähnliche mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattete Maschine kann vermutlich die Aufgabe erfüllen, den Erfolg ihrer Dialoge, in denen sie Antworten auf Fragen von aussen gibt, zu bewerten und bei Bedarf sodann anders zu reagieren. Eine derartige spezielle Fähigkeit liesse sich nur als ein Anzeichen von Bewusstsein deuten.</p>
<p>Es ist aber klar, dass Menschen unter Bewusstsein etwas viel weiter Reichendes verstehen. Dazu gehört ein Leben, wie es weder die Maschine noch der besagte Mensch in seiner Klause erfahren: die Nähe anderer Lebewesen, der vielfältige Umgang und Beziehungen mit ihnen, Bewegung in der Welt, verschiedenste Empfindungen, Gefühle und Wahrnehmungen, das Spüren des eigenen Organismus zwischen anderen, Wille, Interessen und Ambitionen, ebenso Konflikte und Auseinandersetzungen. All das muss noch nicht bewusst sein, kann jedoch das Bewusstsein äusserst bereichern.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-1102 aligncenter" title="bewusstsein" src="http://maximil.de/blog/wp-content/uploads/bewusstsein.jpg" alt="bewusstsein" width="336" height="488" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Der Mensch und seine Verbindungen mit dem Kosmos, die bewusst werden können -<br />
dargestellt von Robert Fludd, 1619</em></p>
<p>Erleben oder Lebensgefühl mit Bewusstsein gleichzusetzen, verfehlt dessen Besonderheit. Zwischen nicht bewusstem und bewusstem Erleben besteht ein Unterschied, entsprechend ebenso bei Lieben, Hassen, Leiden oder Wollen. Oft entspringt dies aus einfachen und unkontrollierten Trieben, Bedürfnissen oder Emotionen.</p>
<p>Beim Denken wird Bewusstsein tätig - Wissen, Intelligenz in ihren verschiedenen Formen, Sprache kommen noch ohne Bewusstsein aus, soweit sie spontan, reflexhaft oder gewohnheitsmässig angeeignet und gelernt werden. Entscheidend für Bewusstsein ist offenbar, dass »ich« erlebe, wahrnehme, mich erinnere, »eigene« Gedanken und Pläne entwickle, dass es nicht mehr geschieht, sondern dass eine Person der Welt gegenübersteht und »selbst« aktiv ist. Wissen wird überprüft und von Irrtum oder Glauben unterschieden. Unbewusst entstehende Träume lassen sich im Nachhinein bewusst betrachten. »Bewusstsein ist Beziehung des Ich auf einen inneren oder äusseren Gegenstand«, definierte schlicht und treffend das Brockhaus-Lexikon.</p>
<p>Selbstbewusstheit, Nachdenken über sich selbst, Selbstkritik gehen über bewusstes Erleben hinaus. Wenn ich im Hier und Jetzt bin, ganz dabei, ist womöglich schon eine Art Erleuchtung erreicht.</p>
<p>Für Bewusstsein gibt es Anzeichen, durch die eine bewusst beobachtende Person es bei anderen erkennen kann. Sprachlichen Äusserungen lässt sich entnehmen, ob jemand nur konventionell redet oder individuelle Gedanken ausspricht. Diese zeigen sich besonders im Dialog. Einfühlung, Empathie, Intuition helfen zum Verständnis dessen, was das Gegenüber meint. Persönliche Erinnerungen, begründete Argumente und Urteile, eigenwillige Vorhaben und vor allem Selbstreflexion weisen umso deutlicher auf Bewusstsein hin.</p>
<p>Dabei ist fraglich, ob Imitiation oder Nachahmung grundsätzlich gegen Bewusstsein spricht. Lebewesen lernen zu einem grossen Teil, indem sie Eigenarten und Verhalten anderer nachahmen. Einübendes Nachvollziehen stellt Voraussetzungen für Bewusstheit her und bestimmt wahrscheinlich auch deren Anfänge, Vorgehen und Entwicklung, etwa bei Meditationsweisen. Nur wenige Menschen schaffen es, besonders originell zu sein. Dennoch sind auch sozial mehr Angepasste bewusst, vielleicht zeitweise und in manchen Bereichen. Simuliertes Bewusstsein lässt sich als Täuschung erkennen, Imitationen sind dagegen, falls Kriterien für Bewusstsein zutreffen, wohl ernstzunehmen.</p>
<p>KI kann immer mehr. Sie soll nützen und wird für die Menschen zur Konkurrenz. Wir sollten uns nicht auf sie verlassen - wir sollten selbst bewusst sein.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Matthias Kunstmann</em></p>
<p style="text-align: left;">[Dazu:<br />
<a href="http://maximil.de/blog/?p=774">Menschen schaffen sich ab</a>]<em><br />
</em></p>
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/9bd54e2b032c48a7b07c10574a0c8a4d" alt="" width="10" height="10" /></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Es könnte alles so schön sein …</title>
		<link>http://maximil.de/blog/?p=1054</link>
		<comments>http://maximil.de/blog/?p=1054#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Feb 2024 13:20:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Sind Deutschland und Europa am Ende? Derzeit gibt es keine Aussichten auf eine gute Zukunft. Die Politik ist so unvernünftig und unfähig wie schon lang nicht mehr. Werte, die vor Kurzem noch hochgehalten wurden – Frieden, Demokratie, Gemeinwohl – sind vergessen. Stattdessen wird auf Mittel aus dunkler Vergangenheit – Militarismus, Propaganda, Rassismus – zurückgegriffen. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sind Deutschland und Europa am Ende? Derzeit gibt es keine Aussichten auf eine gute Zukunft. Die Politik ist so unvernünftig und unfähig wie schon lang nicht mehr. Werte, die vor Kurzem noch hochgehalten wurden – Frieden, Demokratie, Gemeinwohl – sind vergessen. Stattdessen wird auf Mittel aus dunkler Vergangenheit – Militarismus, Propaganda, Rassismus – zurückgegriffen. Das erzeugt die Gefahren, die inzwischen hier für alle real sind: von Krieg, Diktatur und wirtschaftlichem Niedergang.</p>
<p>Stillhalten und abwarten, ob es vielleicht doch irgendwie gut geht, wird uns wahrscheinlich nicht retten. Sich zu Kundgebungen gegen Rechtsradikalismus zu versammeln, aus denen nichts folgt, hilft ebenso wenig. Es kommt darauf an, miteinander zu sprechen und gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun. Gebraucht werden Ideen, Einsatz, Zusammenhalt, Mut, eine neue Bewegung. Die Aufgaben sind in der globalisierten Welt so schwierig wie nie zuvor, aber angesichts der Gefahren müssen wir sie anpacken. Viele sind beruflich oder in der Familie sehr beschäftigt und sollten sich dennoch Zeit nehmen, um an besseren Bedingungen für das Leben und Überleben mitzuwirken.</p>
<p><strong>Miteinander reden – ebenso mit denen, die anderer Ansicht sind</strong></p>
<p>Der Neuanfang beginnt mit dem Gespräch: Alle, die es wollen, versammeln sich in Kreisen, laden persönlich dazu ein, sind vielleicht erst zu dritt oder zu viert, dann treffen sich in den Runden, privat, in Lokalen oder auf öffentlichen Plätzen überall im Land, gerade so viele, dass alle ausreichend zu Wort kommen können. Sie beraten darüber, was für sie die wichtigsten Aufgaben sind, die politisch bewältigt werden müssen. Die Runden könnten „Auf!-Kreise“ genannt werden, denn es soll mit unserem Land und unserer Gesellschaft wieder aufwärts gehen, mithilfe von Menschen, die aufgeschlossen sind für gute Lösungen und sie erreichen wollen, wobei ihr Handeln Kreise zieht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1098" title="buergerrat_bildung" src="http://maximil.de/blog/wp-content/uploads/buergerrat_bildung.jpg" alt="buergerrat_bildung" width="480" height="392" /></p>
<p>Danach muss das Gespräch mit den Menschen gesucht werden, die andere Ansichten haben. An allen möglichen Orten wird dazu eingeladen, über vorhandene Vorschläge und gegensätzliche Meinungen von politisch links bis rechts zu diskutieren, in kleineren oder grösseren Veranstaltungen. Dabei wird versucht, tatsächliche Probleme und Bedürfnisse herauszufinden, die oft hinter polemischen Aussagen verborgen sind. Nützlich ist, dass Fachleute für Kommunikation teilnehmen, die neutral zwischen den verschiedenen Standpunkten vermitteln, für gegenseitiges Verständnis sorgen und zum jeweiligen Schluss der Debatte gemeinsam getragene Ergebnisse feststellen.</p>
<p>Die Kreise, Runden und anderen Veranstaltungen werden sich vernetzen, untereinander und mit Organisationen, die für die Themen kompetent sind. Informationen und Vorschläge werden mitgeteilt. Es wird entschieden, welche politischen Aufgaben am wichtigsten und dringendsten sind.</p>
<p><strong>Aufstehen und politischen Druck machen</strong></p>
<p>Demonstrationen, Petitionen und medienwirksame Aktionen sind erprobte Mittel, wenn die Bevölkerung ihre Parlamente und Regierungen auf notwendiges Handeln hinweisen will. Davon lassen sich aber die Herrschenden oft zu wenig beeindrucken. Besser sind Volksabstimmungen, mit denen Forderungen demokratisch, eindeutig und verbindlich geltend gemacht werden. Für die deutsche Bundespolitik gibt es das allerdings nicht, und in Ländern und Gemeinden umgehen die Regierenden solche Mehrheitsbeschlüsse nicht selten. Deshalb ist spürbarer Druck mit Blockaden, Streiks, Boykott oder Besetzungen legitim, weil das Volk seinen Willen nicht anders deutlich machen kann. Hierbei ist darauf zu achten und öffentlich zu erklären, dass die Aktion nicht für  Interessen kleiner Gruppen unternommen wird, sondern für Anliegen, die für die meisten Menschen wichtig sind. Diese Anliegen sollen Rückhalt und Zustimmung auch in der weniger aktiven Bevölkerung haben.</p>
<p><strong>Gute Lösungen für alle einführen</strong></p>
<p>Dies sind dringende politische Aufgaben und ihre möglichen Lösungen für allgemeines Wohlergehen:</p>
<ul>
<li><em>Die Macht der Herrschenden vor allem in der Wirtschaft beschränken</em> – mit wirksamen Lobby-Regeln, Aufteilung grosser Konzerne, Rückübertragung privatisierter Unternehmen in allgemeines Eigentum, Übernahme weiterer Unternehmen durch die Allgemeinheit, hohe Reichtumssteuern. Denn die weltweite und zunehmende kapitalistische Macht zerstört die Umwelt, beutet Menschen aus, verhindert Gerechtigkeit und Demokratie.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Wohlstand neu gestalten </em>– für Gesundheit, Ökologie, Klima und Gerechtigkeit schädliche Industrien abbauen, nachhaltige und humane Arbeitsplätze bereitstellen, Arbeitszeiten verkürzen, Naturverbrauch und Mengenwachstum beenden, mit optimalen Leistungen für Soziales, Bildung, Pflege, Sicherheit, Verkehr, Kultur und allgemeines Wohlbefinden sorgen.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Humane Bildung gewährleisten</em> – indem Kindertagesstätten und Schulen bestens für die Bildung von Persönlichkeiten und Vernunft ausgestattet werden und politische Bildung gestärkt wird. Diese ist eine Voraussetzung für gute Politik. Ausbildungs- und Umschulungsprogramme unterstützen Menschen beim Wechsel in für sie bessere und für die Gesellschaft wichtigere, vor allem soziale und pädagogische berufliche Tätigkeiten.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Demokratie erneuern</em> – die Beteiligung aller interessierten Menschen an politischen Entscheidungen soll zur Regel werden. Dies beugt Unzufriedenheit, Aggressionen und autokratischen Tendenzen vor. Regierungen sollen weniger bestimmen, die Abgeordneten der Parlamente mehr für das Gemeinwohl zusammenarbeiten.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Frieden schaffen</em> – in Konflikten helfen nur zivile Lösungen. Dafür ist immer auch die eigene Seite verantwortlich. Ungelöste Konflikte sind gefährlich und verschwenden Ressourcen, Zeit und Aufmerksamkeit. Über Grenzen und im eigenen Land ist Gemeinschaft gut für Sicherheit, Entwicklung und Lebensgenuss.</li>
</ul>
<p>Nicht vergessen: Es könnte alles so schön sein! Wenn wir das Richtige tun.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Matthias Kunstmann / maximil<br />
</em><em>Foto: Christoph Soeder / Montag Stiftung Denkwerkstatt</em></p>
<p style="text-align: left;"><a href="https://www.buergerrat-bildung-lernen.de/" target="_blank">&gt; Bürgerrat Bildung und Lernen</a></p>
<p style="text-align: left;">[Dazu:<br />
<a href="http://maximil.de/blog/?p=988">So viel ist möglich ...</a><br />
<a href="http://maximil.de/blog/?p=668">Wir regieren uns selbst am besten!<br />
</a><a href="http://maximil.de/blog/?p=934">Neues demokratisches Glück</a><a href="http://maximil.de/blog/?p=668"><br />
</a><a href="http://maximil.de/blog/?p=1029">Fragen zu Krieg und Frieden</a><br />
<a href="http://maximil.de/blog/?p=1046">Die Industrie abwickeln!</a>]</p>
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/d1d73e0e07054e6bb52ddf5b0b6bec9a" alt="" width="10" height="10" /></p>
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		<pubDate>Mon, 01 Jan 2024 15:02:43 +0000</pubDate>
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<p style="text-align: right;"><em>maximil</em></p>
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